Handlicher upnp Medienserver für Linux

wirelessNachdem der 10 Jahre alte Röhrenfernseher beim gemütlichen Fernsehabend mittlerweile lauter geknurrt hatte als mein Magen, wurde ich freundlich aber energisch davon überzeugt, dass eine Neuanschaffung notwendig wäre. Aus Mitleid mit meinem Rücken habe ich mich noch etwas gesträubt, bis ich von den Gratislieferungen der Geschäfte gehört habe. Das Entsorgen der alten „Tube“ hat sich als schwieriger herausgestellt als die Neulieferung, es hat sich in einigen Läden sogar echt als Chefsache erwiesen und wäre uns fast halb so teuer zu stehen gekommen wie das Neugerät. Wir liessen uns nicht entmutigen, haben weitergesucht und sind tatsächlich fündig geworden.

Ein Riesendings wurde uns gezeigt, mit ganz vielen Lämpchen, Schaltern, Anschlüssen, Blings und Sodongs beim Einschalten und als der Verkäufer WLAN-Ready erwähnt hatte, war das Ding gekauft: Ein Sony EX5 Bravia, der mittels Stick (UWA-BR100) um WLAN-Fähigkeiten erweitert werden kann. Die Metamorphose ist im vollen Gange: Computer nähern sich dem Fernseher an, die Fernseher werden immer mehr zu Computern. Nach kurzem – aber heftigem – Gefluche hat der TV über mein WLAN Kontakt aufgenommen und nun können Filmchen, Bildchen und Musikchen über das Internet angesehen werden. Ohne zu murren spielte er auch Filme ab der USB-Festplatte, aber so ganz zufrieden war ich nicht: Ich will ein richtiger Couch-Potatoe sein und nicht mal ein Stick herumtragen müssen. Die Nullen und Einen sollen – engelsgleich – durch die Luft fliegen, bevor sie mich auf dem Bildschirm erfreuen.

So einfach sftp oder Ähnliches war nicht möglich, nur der Menüpunkt „Medienserver“ stand zur Verfügung. Etwas Recherche ergab, dass dieser Server ein upnp-dlna-Server sein muss. Für Linux habe ich zuerst ushare ausprobiert. Es ist klein und handlich, wird vom TV erkannt, aber er mag es nicht. Auch Media Tomb wird von Bravia leider nicht geliebt. Schlussendlich bin ich auf minidlna gestossen und bin begeistert: Einfach, knackig und tut was es soll. Leider ist es nicht im offiziellen Ubuntu-Repository vorhanden, kann aber mittels Anleitung ganz einfach installiert werden.

Nicht nur mein TV mag das minidlna, auch mein Tab (später mehr 🙂 ) und andere Geräte sind ganz wild darauf. So machts echt Spass.

Kleine Ergänzungen:
Es gibt viele Threads zu minidlna, Ubuntu und streaming ganz allgemein. Für die Sonys hilft dieser ziemlich gut.

  • Sollte minidlna die Inhalte nicht neu indizieren, hilft es, das Verzeichnis /tmp/minidlna zu löschen.
  • Die Videodateien müssen ein ganz spezielles Format haben:
    • In diesem Blogbeitrag ist erklärt wie (inklusive ffmpg Skript). Das Skript (in Groovy) gibt es auch hier lokal.
    • Für Banausen wie mich, denen es nicht auf das Pixel ankommt, geht auch: ffmpeg -i film.avi -target film-dvd -s 1920x1080 film.mpg

Blitz ohne Donner, Flash ohne Sound

Linux ist ja nicht mehr Lustig. Früher war man froh und stolz über jede Taste die funktioniert hat, heute muss man sich ganz andere Gründe zum Saufen suchen. Doch nun habe ich wieder einen Nachmittag verbracht um das zu erreichen, was unter Windows schon lange läuft und ich bin unglaublich stolz darauf *lach*.

Wie eine Seuche hat es in meinem kleinen Rechenzentrum um sich gegriffen: Eine Computerine nach der Anderen verweigerte den Sound zu Flash Videos. Ich selbst schaue mangels Multitasking eh nur ohne Ton, aber Frauen und Kinder möchten schon die volle Dröhnung. Nach den typischen „Jaja“s und „reboot mal“s (das tun sie nicht, und so kann man sich wunderbar drücken) wurde die Opposition zu gross und ich habe mich hingesetzt. Schnell habe ich gemerkt, dass ich nicht der Einzige mit dem Problem bin, und die Lösungen sind vielfältig und unterschiedlich.

Hier einen kleinen Ablauf, der anderen gequälten Machmals das Leben vielleicht erleichtert.
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Kubuntu update und GRUB Wiederherstellung

facepalmEntropie in Reinkultur: Alles tendiert zum grösstmöglichen Chaos und guter Wille pflastert den Weg ins Grab. Auf meinem Lieblingsrechner wurde vor langer Zeit Kubuntu installiert. Mit dem Update auf Version 9.10 hat sich gerade eine schon lange fällige Neuinstallation von Windows gekreuzt. (Neuinstallation weil: Vista Basic Home Premium – entgegen der Meinung des MS Update-Assistant – nicht auf Windows 7 Professional upgedatet werden kann. Warum? Das weiss wohl nur ein Microsoft Certified Client System Upgrade Engineer, der wohl ein Live Upgrade über Windows Vista Home Half Master Business Game Edition oder so empfehlen würde *gna*.)

Windows startet nun wunderbar, hat aber natürlich meinen Bootloader (GRUB) überschrieben und ich kann nimmer in mein geliebtes, frisch upgedatetes Kubuntu booten. Das kennen wir von früher und mit Hilfe einer Boot-CD hat das schon bei Lilo wunderbar geklappt. Nicht jedoch dieses mal: Fehlermeldungen von nicht gefundenen Partitionen ("Could not find device for /boot: Not found or not a block device.") lachten Hohn über ganz verschiedene Anleitungen.

Ein paar ausgerissene Haarbüschel später und nach einer sehr formal geordneten Analyse (*lach*) hab ich dann das Problem erfasst. Beim Update wird der alte Grub 0.97 weiterverwendet, eine Neuinstallation (und auf der 9.10 Life-CD) ist der neue Grub 1.97.

Nach ein paar weiteren Tritten gegen die Maschine war die Lösung dann einfach: Eine alte Knoppix mit altem Grub rausgekramt, gebootet:

$> sudo grub
grub> find /boot/grub/stage1
 (hd0,5)
grub> root (hd0,5)
grub> setup (hd0)
grub> quit

Und alle sind wieder glücklich, die Haare wachsen nach, die Falten werden sich wieder glätten und die neuen Dellen im PC werden nicht weiter auffallen (is ja ein Dell *höhö_und_schenkelklopf*).

Backup! Keine Ausreden mehr…

tapeJeder weiss: Backups sind wichtig, Backups sind gut. Zumindest bei mir hat diese Einsicht immer wieder die Tendenz, in die Theorie abzugleiten. Eigentlich dürfte das nicht sein, habe ich doch eine Diplomarbeit fast vollständig verloren aufgrund eines „Crashes“ und bin somit ein „gebranntes Kind“ (am Rande: Es war etwa 1996, ich machte erste Erfahrungen mit Linux und dachte, dass man Dateien mittels cat MeineDatei.doc > /dev/sda1 auf die Windows-Partition verschieben kann :irre: . Aber das erzähl ich besser niemandem…).

Es wäre eigentlich auch kein Problem. Heutige, externe USB-Festplatten kosten nur noch noch 0,13 Eur (19 Rappen) pro Gigabyte (Tendenz fallend). Es gibt also keine Ausreden mehr!

Anforderungen

Es muss einfach sein! Wenn ich jedes mal eine halbe Stunde rumwursteln muss werde ich – so wie ich mich kenne – nie Backups machen. Die Geschwindigkeit spielt nicht sooo eine Rolle, wenn es nicht gerade Stunden dauert. Dateien müssen gezielt ein- und ausgeschlossen werden können. Ich brauche keine raffinierten Backuppläne, ich werf es von Hand an wenn mich das Gewissen plagt. Und wenn ich schon Backup mache, dann soll es vom Backupprogramm einfach in Ruhe gelassen werden 🙂 . Inkrementell sollte schon möglich sein: Dateien, die sich nicht geändert haben, sollen nicht nochmals gespeichert werden.
Ich hätte es begrüsst, wenn die Dateien einzeln gespeichert würden, jede einzeln gezipt, doch dieses Feature habe ich leider nirgends gefunden.

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Kubuntu Linux auf dem Elitebook 8530p

Ich hab das Christkind überfallen und ihm einen neuen Laptop, genauer ein HP EliteBook 8530p abgenommen! Das Überzeugende waren nicht etwa die Prozessorkerne, die unglaublich vielen schnuckligen Gigabites auf der Festplatte oder die sonstigen Ports, nein, es hat ein eingebautes Lämpchen (HP Night Light genannt)!

Nachdem sich ein paar Bytes im RAM quer gestellt haben, funktionierte die zweite Version und Windows hat wirklich schön gebootet.

Linux Bootprobleme

Voller Freude versuchte ich eine Ubuntu 8.04 und eine Kubuntu 8.10 RC1 (Interpid) zu booten, und damit begann die Odyssee: Schwarzer Bildschirm und Ruhe.

Damit sich Ubuntu 8.04 zum Mitspielen und Aufstarte überreden liess, brauchte es den Kernelparameter noapic. Nachdem ich splash und quiet entfernt habe, sah ich folgendes, das mir das Blut in den Adern gefrieren lies:

BUG: soft lockup - CPU#1 stuck for 11s! [modprobe:1913]

Über diesen Fehler schweigt sich das Internet leider aus. Bei Kubuntu 8.10 RC1 sah es nicht viel besser aus und der Bootvorgang blieb stehen bei:

ACPI: Thermal Zone

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Asus eee: Welch schnucklig, widerspenstig Teil!

Asus eeeSchon länger bin ich nun in Besitz eines Asus eee (4g). Ein wahrlich schnuckliges Teil, das mir viel Freude bereitet. Es hat die korrekte Grösse – die gerade noch an den meisten Sitzungstischen toleriert wird -, ist genügend schnell und ist gerade noch bedienbar. Als Erstes habe ich mehr RAM spendiert, mich mit SD-Karten rumgeschlagen und das Internet auf einem Stick besorgt. Nun kann ich unterwegs entwickeln, surfen, Filmchen kucken und auch live bloggen.

Das Betriebssystem

Das modifizierte Xandros auf dem eee ist erste Sahne, wirklich! Die reduzierte Komplexität hat den Nachteil, dass die Komplexität reduziert ist 🙂 , darum wollte ich ein „richtiges“ Linux.

Ubuntu sollte es sein! Nun hat man die Wahl zwischen eeeXubuntu, Ubuntu-eee oder dem standard Ubuntu. Ich habe mich für eeeXubuntu entschieden und das lief auch gut bis zum Update auf Ubuntu 8.04. Aber mit etwas Suchen habe ich dann eine gute Reparaturanleitung gefunden. Um das Ethernet wieder zum Laufen zu bringen, musste ich den Akku entfernen und wieder reinschieben (ohne Witz).

Grundsätzlich scheint es immer gleich zu laufen: Betriebssystem installieren und dann tweaken, um die Spezialfunktionen des eee zum Laufen zu kriegen. Glücklicherweise gibt es fertige Tweak-Skripts:

Diese Scripts müssen immer mal wieder gestartet werden… Beim Update und auch mal so, zur Erinnerung wahrscheinlich.

Sammlung von Kleinigkeiten

Hier werde ich die kleinen Dinge hinschreiben, die eventuell von Interesse und/oder wiederverwendbar sind.

Die Widerherstellungs-DVD

Die Widerherstellungs-DVD ist mehr als wählerisch was das Betriebssystem angeht. Will man einen recovery-USB-Strick herstellen, geht das nicht unter Linux und nicht unter Vista (auch wenn man die XP-Kompatibilität einschaltet). Unter XP hats dann wunderbar gefunzt und die Widerherstellung lief wie durch warme Butter.

Ändern des Standard-Bootmenüs

Die lügt die Kleine, und das gerade aus! Will man das Standardbootmenü verändern, so kann man die Vorhandene /boot/grub/menu.lst anpassen bis zum letzten Tage und grub-updateen oder grub-installen bis der Gothe noch schwärzer wird. Diese Datei dient nur als Lockvogel für Frickler, die richtig-richtige Datei ist wo ganz anders! Ausführlich beschrieben ist es bei eeeuser.com und WikiHow. Aber natürlich habe ich auch erst gesucht, nachdem ich ernsthaft (noch mehr) an meiner geistigen Gesundheit zu zweifeln begonnen habe… Kurz zusammengefasst:

  1. EEE rebooten und esc und/oder F9 widerholt und bestimmt drücken. Sporadisches Fluchen scheint auch zu helfen. Es sollte ein Bootmenü aufgehen, das ungefähr so aussieht:
    eee Boot Menü
  2. Beim ersten Eintrag e drücken und den Kerneleintrag um XANDROSBOOTDEBUG=y ergänzen.
  3. Mit b booten.
  4. sda1 und sda2 mounten:
    mount /dev/sda1 /mnt-system
    mount /dev/sda2 /mnt-user
    
  5. Nun kann /mnt-system/boot/grub/menu.lst (die Richtige!) editiert oder mit einer vorbereiteten auf dem Userdateisystem überschrieben werden.

Zum Glück haben die Kriedewagens die original menu.lst gepostet…

802.1X auf dem Original Xandros

Muss man sich authentifizieren, so hat eeeuser eine gute Anleitung wie man 802.1X zum Laufen kriegt.

Grub mit Bild beim Booten

Splashimage für Grub

Skull als SplashimageDer Bootloader GRUB versprüht beim Booten eher spröden Charme. Dem kann man mit einem Splashimage zumindest ein Bisschen abhelfen… Man will doch auch Eindruck schinden, oder?

Nundenn, zuerst mal Splashimages holen (wie ästhetisch-kreative Naturen selber welche machen können steht im GRUB Splash Image Howto) und ins Verzeichnis /boot/grub/splashimages/ legen. In /boot/grub/menu.lst folgende Zeile ergänzen:

splashimage=(hd0,0)/boot/grub/splashimages/splashname.xpm.gz

Der Parameter (hd0,0) gibt an auf welcher Partition auf welcher Festplatte gesucht werden soll. Am einfachsten schaut man in den Startmenüeinträgen in derselben Datei nach wo das Linux liegt und da sind die Chancen nicht schlecht. Liegt man falsch, motzt Grub zwar etwas, macht aber trotzdem weiter.

Links und Verweise

Eine englisch Anleitung mit grub-splashimages Vorschau hat Carthik. Ein HOWTO für Ubuntu (ebenfalls in Englisch) gibt es in deren Foren. Eine geniale und deutschsprachige Anleitung hat simorz erstellt.

Schöne Splashimages gibt es: