Akuma! oder: freie Musik für freie Bürger

Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag.

Digitale Musikakuma – Online Musikdienst ist ein Onlineshop, der Musik von vielen Indie-Gruppen im mp3-Format ohne aufgezwungenes Rechtemanagement verkauft. Die Website besitzt verschiedene Features um Musik und Künstler zu finden sowie viele Communityfunktionen und läuft wunderbar auch auf einem Firefox unter Linux.

Internet und e-Commerce

Das Internet als Shoppingparadies ist eine praktische Sache: Geburtstag, Weihnachten und Selbsttröstungen kann man zu normalen Informatikerzeiten (abends um 8 bis morgens um 3 😉 ) bequem vom Bürostuhl aus besorgen. Noch besser wird es, wenn man das erworbene Gut durch die Leitungen drücken und ohne Lieferzeiten direkt geniessen kann.
Gerade Musik würde sich dafür wunderbar anbieten. Den Soundtrack zur aktuellen Tätigkeit auswählen, bezahlen, downloaden und sich freuen.
Leider wollten bis jetzt viele Anbieter meine Kohle nicht; sie versuchten mir mittels DRM vorzuschreiben wann ich was wie zu hören habe, sie wollten mir bestimmte Geräte aufzwingen oder mir sogar mein geliebtes Linux madig machen. Wenn dann mal einiges gepasst hat gabs neben Spearguilera, UmpfpengzaggazaggaYoYo! und Schunkelschenkelklopfer nicht vieles käuflich zu erwerben.
Grundsätzlich gab und geb mein Geld nicht gerne Leuten die es nicht wollen, und so habe ich mir die Musik halt auf anderen Wegen (legal!) besorgt. Eine Website die mein Geld möchte muss also in Komfort, Auswahl, Einfachheit und Freiheit konkurrieren können.
Die Anfrage, über akuma.de zu schreiben kam daher wie gerufen. Ich will die Künstler ja bezahlen und bin auch gerne bereit etwas auszugeben, wenn ich dafür effizient zu meiner Musik komme.

Funktion und Angebot

Songs und Alben

AkumaLaut Selbstinformation hat es auf akuma eine Auswahl aus 600’000 Songs (und einigen Hörbüchern), Tendenz steigend. Ich kann bestätigen, dass man vieles findet, sowohl alte Klassiker wie auch neuere Bands. Die Preise beginnen bei 0,89 € (etwa 1,45 CHF) Song und bei 4,49 € (7,35 sFr.) für ein Album.
Alle Songs sind ohne DRM (wunderbar!) und im MP3 Format mit mindestens 192 kBit/s codiert (häufig mehr), was eine maximale Kompatibilität über die Betriebssystemgrenzen hinaus und eine gute Qualität garantiert.
Beim Kauf eines Albums kann man sich mit Hilfe eines Covergenerators ein CD-Inlay im PDF-Format zusammenklicken, inklusive original-Coverbild und Trackliste.

Ein Bisschen irritiert hat mich der Hinweis (inzwischen weg vom Netz), dass einige der mp3 Dateien mit einem digitalen Wasserzeichen versehen sind. Hm, ok, wahrscheinlich macht das Sinn in Deutschland, aber hier im der Schweiz dürfen die Dateien (eingeschränkt) weitergegeben werden und somit ist der Aufwand dieses Unterfangens bei den Eidgenossen sicher vergebens.

Man kann in alle Songs reinhören und ein Player im Browser spielt die ersten paar Sekunden. Das reicht normalerweise echt für entzücktes Quitschen oder unmütiges aber bestimmtes Klicken auf den Stop-Button.
Gefällt der Song, so kann er einer Merkliste hinzugefügt werden und man kann sich das Liedchen später nochmals zu Gemüte führen. Gefällt der Song sehr, so kann er direkt käuflich erworben werden (später dazu mehr).

Redownload

Gibt es einen Festplattencrash, möchte man die Musik trotzdem weiter hören können, schliesslich hat man sie ja bezahlt. Bei akuma gibt es zwei Lösungen dafür:

  • Die Lieder können ohne Einschränkung gebrannt und somit weggesichert werden.
  • Die gekauften Lieder können bei akuma neu gedownloaded werden.

Community

akuma ist auch mit Communityfunktionen ausgerüstet. Immerhin wurde gerade der 10’000ste, angemeldete Benutzer gefeiert! Sogenannte „Ticks“ identifizieren einem als Fan einer Gruppe oder eines Albums. Musik kann weiterempfohlen und bewertet werden, „Freunde“ wollen gemacht und eingeladen werden, es gibt ein Mailsystem und jeder besitzt ein Gästebuch. An diesen Funktionen wird auch noch gearbeitet.

Bedienung

Auf den Ersten Blick hat es sehr viel Text und Bildchen auf der Homepage und man ist auch als Technophiler fast etwas erschlagen. Das hält aber nicht lange an, denn die Bedienung ist erste Sahne. Etwas schräg in der Ergonomiewelt stehen die benutzten Piktogrämmchen. Sie sind nicht sprechend und bei mir zeigen sich auch keine Toolips. Hm, dann muss ich halt raten was ein Pinsel bedeutet: Löschen, Cover machen, mein Büro abstauben?
Bei der Darstellung ist mein Firefox 2.0.0.5 unter Linux sicher nicht die einfachste Zielplattform. Ich habe aber keinen einzigen Bug oder auch nur schon eine Unschönheit erkennen können.

Die akuma Page

Für Suche und und einige weitere Funktionen werden Ajax Features (dynamische Elemente ohne dass die Seite neu geladen wird) eingesetzt, die richtig funktionieren und auch Zeit sparen. So macht Web 2.0 Spass und es ist eine Freude den Suchergebnissen zuzusehen wie sie nacheinander aufpoppen.

Einkaufserlebnis

Grundsätzlich sehe ich zwei verschiedene Einkaufsszenarien (wobei Zweiteres sich auch in Ersteres wandeln kann während des Websitebesuchs 😉 ):

Ladenbummel

Beim „Ladenbummel“ hat man Zeit und Lust, neues kennen zu lernen. Alle 600’000 Songs kann man nicht anhören, also ist man auf Hilfsmittel angewiesen.
Es gibt eine Menüordnung nach Genre (Gothic ist wie bei vielen realen Musikläden auch nicht dabei) oder auch verschiedene „Charts“, welche die meistverkauften Musikstücke eines Genres auflisten.
Tags erlauben den Websitebesuchern ein Song oder Album mit irgendwelchen Worten zu versehen (gibts auch für dieses Blog, siehe Tagwolke in der Sidebar). Nundenn, entweder ist dieses Feature schwierig zu verstehen oder die Anwender haben etwas Mühe, denn Xavier Naidoo ist als Goth getaggt (autsch) und es existieren die Tags „goth“ und „gothic“. Sinnvoll wäre es, wenn man Tags kombinieren könnte, im Sinne von Alle Stücke mit den Tags ‚gothic, female voice, fast, electronic‘ aber ohne ‚industrial‘ und ohne ‚heulsuse‘. Nur ein Tag anzuklicken gibt bei Goth eine Liste von einer Zillion Alben die man beim besten Willen nicht durchhören kann. Deli.cio.us hat dabei ein einfaches Interface geprägt.Das System scheint die Tags von last.fm zu importieren. Das wiederum ist clever gemacht!
Akuma benutzt ebenfalls den Audioscrobbler von last.fm um verwandte Künstler anzuzeigen. Das heisst, es gibt interessante Empfehlungen und eine Musikgruppe die Gefällt kann als Ausgangspunkt dienen um neues kennenzulernen ohne sich ganz zu verrennen.

Gezieltes Suchen nach einem Song/Album

Sucht man ein ganz bestimmtes Lied, so gibt es eine Suchmaschine die direkt zum Ziel führt. Kurz und schmerzlos. Von jedem Album kann jeder einzelne Song gekauft werden. Das gibt die komische Situation, dass das eher kürzeres Intro gleichviel kostet wie die Ballade epischer Länge in der Mitte. Amputiert man aber das Intro um Geld zu sparen, geht unter Umständen viel Ambiente verloren…

Bezahlung und Download

Akonto

Wenn es dann ans Kohle abdrücken geht stellt akuma folgende Optionen zur Verfügung:

  • Click and Buy (Zahlen per Telefonrechnung/Kreditkarte)
  • PayPal (Kreditkarte)
  • Onlineüberweisung (aus der Schweiz nicht möglich)
  • Lastschrift (aus der Schweiz nicht möglich)

Das ganze funktioniert nach dem Aufladesystem: Man überweist Geld und kauft dann davon die Musik. Wenn man unter 20 € auflädt dann muss man die Gebühren (~ 0,50 €) selbst übernehmen.

Preise

Kaufen kann man einzelne Songs oder ganze Alben. Die Preise sind wirklich mehr als ok! Bei ein paar stichprobenartigen Vergleichen mit CD-Onlineversender schnitt akuma durchs Band besser ab. Etwas fremd fand ich, dass teilweise alle Songs eines Albums im Einzelkauf günstiger waren als das gesamte Album.

Download und Abspielen

Der Download geht zügig vonstatten und die mp3s sind wunderbar mit allen ID3-Metainformationen versehen.

Fazit

Negatives

Das Tagging ist noch nicht optimal: Die fehlenden Kombiniermöglichkeiten schränken den Nutzen etwas ein. Die falsch getaggten Stücke sind natürlich den Benutzern zuzuschreiben (böseböse 😉 ).

Positives

Akuma ist ein schöner Shop der sehr sympathisch rüberkommt. Die Communityfunktionen sind viel versprechend und an der Site wird noch gearbeitet. Die Auswahl und das Einkaufsvergnügen sind gegeben und darum werde ich die Website noch oft besuchen.

Zum Schluss

Musik online bestellen macht Spass und funktioniert..!

Nachtrag Juni 2009: Leider hat Akuma den Downloadbetrieb eingestellt 🙁 …

Der Blog-Friedhof

Höret Gemeinde!

In diesem Posting seien all die Blogs beklagt, die so voller Zuversicht geöffnet worden sind und denen doch oft nur ein so kurzes Leben bestimmt war. Oftmals stirbt einsam und verlassen, fast ohne inbound-Link, was mit so viel Zuversicht und Enthusiasmus das Licht der Browser erblickt hat.

Lasset uns gemeinsam eine Mikrosekunde schweigen und hoffen, dass sie einen besseren Ort gefunden haben auf dem ew’gen Webserver.

Sie sollen ein letztes mal geehrt sein und hier aufgelistet werden. Denn wo wären sie besser aufgehoben als auf den Weiten des Blog eines technophilen Gothen.

Ein Blog qualifiziert sich durch folgende Punkte für diesen Friedhof:

  • Es ist tot aber noch nicht verrottet: Also noch erreichbar.
  • Es hat hoffnungsvoll begonnen.
  • Es hat seit mindestens etwa seit sovielen Monaten kein Lebenszeichen von sich gegeben wie es Anzahl Beiträge hat. Ein Jahr Inaktivität qualifiziert es ebenfalls.

Bitte, Gemeinde, schickt mir diese und ich werde sie gerne ehrenvoll aufführen. Sollte sich ein Blog aus dem Reich der Toten wieder erheben, werden wir es jubelnd entfernen ;-)…

CoDeA Weblog – Programmieren, Webwork und Internet 23. Juni 2007 – 25. Juni 2007 R.I.P. Schade…
der Kleiner programmierer (Im Feed so geschrieben) 15. Juni 2007 – 15. Juni 2007 R.I.P. Auch schade…
ruzz on symfony, a weblog (definitiv weg) 31. Mai 2006 – 7. August 2006 R.I.P. Besonders schade…
Daniel-Gothic-Blog 1. Juli 2007 – 1. Juli 2007 R.I.P. Schade…

Weitere werden folgen…

Juniorwebaward

Juhuu, höret die Werbetrommeln: Lernende haben als Projekt eine Page für einen Webaward erstellt: http://mythologie.juniorwebaward.ch/. Ich finde die Seiten wirklich schön und das Thema getroffen ;). Schaut sie Euch an….

Vielen Dank für die Votings!!! Wir sind auf dem 3. Platz bis jetzt….

Woher kommt der Begriff “Goth” für die Subkultur?

Kleine Kinder fragen Dinge, die einem aus der Fassung bringen und auch ganz unbelastete Menschen können einem immer in die Enge treiben. Fragt mich doch jemand, woher die Bezeichnung „Gothic“ für uns kommt. Öööhm, äääh, ich hab ja begonnen als wir noch „Grufties“ waren.

Ganz einig scheint sich die schwarze Fachwelt nicht zu sein. Oftmals wird die Website Origins of the term „Goth“ zitiert. Die meint (frei übersetzt):

Der Name „Gothen“ kam ursprünglich von einem germanischen Stamm (den Goten). Die Römer betrachtete diese als barbarisch und unkultiviert, ganz ähnlich den Vandalen. „Gotik“ wurde später von Kritikern für einen mittelalterlichen Architekturstil verwendet die ihn als ebenso barbarisch und unkultiviert angesehen haben (der Begriff „Vandalen“ hat eine ähnliche Entwicklung). Der Begriff wurde im späten 18. und frühen 19, Jh für einen Literaturstil verwendet der mit dem Tod und dem Übernatürlichen zu tun hat.

Wie „goth“ für die post-Punk Musikbewegung Verwendung fand ist unklar. Die Früheste Verwendung innerhalb der post-Punk Szene ist entweder Martin Hannett, dem Produzent von Joy Division oder Siouxsie and the Banshees im Sommer 1979 zuzuschreiben (Siehe Originalwebseite für Zitate).

Das englische Wikipedia meint (leider ohne Quellenangabe):

In England in den späten 1700 gab es eine Nostalgiewelle für das Mittelalter und die Menschen waren fasziniert von den gotischen Ruinen. Diese Faszination war oftmals kombiniert mit einem Interesse in die mittelalterliche Romantik, Römisch-Katholischer Religion und dem Übernatürlichen. Anhänger für die gothische Architektur in England wurden angeführt von Horace Walpole und wurden manchmal scherzhaft als „Gothen“ bezeichnet.

Das würde passen und sich in einem Gespräch gut machen :). Am Besten gefällt mir aber die Erklärung aus http://www.sfgoth.com/primer/etymology.html (die es leider nimmer gibt) Etymology of „gothic“:

Gothic ChurchIm Mittelalter wurden grosse, bedrohliche Kathedralen im ogiven Stil gebaut. Barocke Historiker haben diesen Stil später als „gotisch“ bezeichnen weil sie ihn unqualifiziert und geschmacklos fanden. Wie auch immer, der Witz kam nicht in die Gänge. Statt die öffentliche Meinung über die Architektur zu ändern haben sie nur erreicht, das die Bedeutung des Begriffs in der Öffentlichkeit geändert hat. Die Menschen haben angenommen das „Gotisch“ die Bedeutung „dunkel“ und „bedrohlich“ hat, weil das die Eindrücke sind die die Ogiven hervorrufen.

Ja, so kann mans erklären, obwohl es nicht gerade schmeichelhaft ist. Die Goten waren ein hässliches Volk:
The Invasion of the Goths

Wann ist ein Gothe ein Gothe?

Wenn Leute auf uns zukommen und uns ansprechen, so wird normalerweise zuerst einmal geklärt, was wir nicht sind (siehe Sorry, soo einfach ist es nicht!). Doch dann kommt die Frage: „Ja was seid ihr denn?“ und ich gerate ins Stocken. Hm, ja was verbindet uns Gothen denn? Eine Lebenseinstellung? Wohl eher nicht, denn erstens ist die wirklich unterschiedlich bei den Gothen und zweitens erkennt man einen Gothen auch ohne vorherigen Rorschach-Test. Ist es die Musik? Nö, ebenfalls zu inhomogen… Und ich weigere mich zu glauben, dass es nur das Äussere ist. Das wäre zu einfach und zu billig.

So stehe ich dann da, unfähig meine Gruppenzugehörigkeit zu formulieren und lasse den Interessenten uninspiriert stehen mit der Meinung, das wir halt komisch oder sprachbehindert sind. Das muss ein Ende haben! Darum, wohlgemut das Web befragt.

Goth or not?

Zuerst an meine Befürchtung: Das Äussere. Fragen wir doch die Community, oder Besser Goth or not. Dort kann ausgewählt werden, ob ein sich selbst darstellendes Individuum ein Gothe ist oder nicht. Schauen wir jeweils die zwei ersten Männlein und Weiblein an:

toxic_nothing darkstar2   sinistersteve septymus
Platz 1 F: 81.13% goth – toxic_nothing Platz 2 F: 70.76% goth – darkstar2   Platz 1 M: 69.30% goth – sinistersteve Platz 2 M: 68.43% goth – septymus

Was sind die Gemeinsamkeiten und Besonderheiten? Hmm…

  • Schwarze Haare
  • Stark geschminkt
  • …?

Ansonsten bleibt nicht viel, glaube ich. Die schwarzen Haare werden auf den nächsten Rängen auf „Keine blonden Haare“ reduziert…

Jugendszene?

Mein Lieblingslink zum Thema Goth, Jugendszenen von der Uni Dortmund. Als nicht-Gemeinsamkeiten führen Sie auf:

  • Das Alter (14 bis ganz alt)

Gemeinsamkeiten:

  • Beschäftigung mit dem Tod
  • Die zentralen Werte: Gewaltfreiheit, Toleranz und Friedfertigkeit
  • Die Farbe Schwarz mit allen ihren Symbolismen
  • Als zentrales Thema: [die] stilistische Einheit aus Musik, Körperinszenierung (‚Outfit‘) und ‚Lebensart‘
  • Der Wunsch, sich vom Rest der Welt zu unterscheiden
  • Interesse an:
    • fremden / vergangenen Kulturen
    • Denktraditionen (Mittelalter, Romantik)
    • Übersinnliche Welterklärungen und Kosmologien
  • Abschottung (und daraus eher minimales politisches Engagement)
  • Individuelle Kreativität (hey, warum schreib ich dieses Blog 🙂 )
  • Rituale der Abgrenzung
  • Grosse Events

Nun, ich kann schlecht sagen: Wir Gothen sind die, die sich an grossen Events treffen und dort Rituale der Abgrenzung symbolisieren… Also werde ich die fettgeschiebenen Punkte weiterverfolgen…

Wikipedia?

Das deutsche Wikipedia unterscheidet zwischen der Kultur und Musik. Kultur trifft wohl eher, und dort werden folgende Gemeinsamkeiten aufgezegt:

  • Interesse an okkulten oder neuheidnischen Inhalten
  • Vorliebe für dunkle Farben und Stimmungen
  • Verschiedene Äusserlichkeiten

Die englische Version unterscheidet noch mehrere Musikstile und Mode. Beschreibend nennt der Beitrag Entwicklung, Kunst, etc. Als konkrete Gemeinsamkeiten können herausgelesen werden:

  • Eine starke Anziehung von dunklen, mysteriösen und morbiden Bildern und Stimmungen, inspiriert von der Romantik und der Neoromantik.
  • Kreativität

Websites der Gothen

Wie beschreiben bzw. sehen sich die Gothen selbst… Ein kleine, nicht repräsentativer Überblick gibt goth.net:

  • Schwarze Kleidung
  • Frei denkend
  • Nicht in die Gesellschaft passend
  • Satirischer Humor
  • Vorurteilsfrei und tolerant

Verschiedene andere Quellen (Villa Vampyria, Think Quest Gothic (danke, archive.org), …) nennen immer wieder:

  • Faszination von allem was mit Tod und Vergänglichkeit zu tun hat
  • Emotionalität, Melancholie und dem Interesse am Dunkeln
  • Liebe zu düsterer Musik
  • Das Gefühl, intensiver zu leben als die normalen Menschen
  • Toleranz

Und die Blogger?

Was meint denn die Basis? Ich war relativ erfolglos im Finden von Blogeinträgen zu diesem Thema… Bob hat was wirklich schönes geschrieben:

A Goth is a person who is dark (not clear to the understanding, possessing depth and richness) and Bohemian (a writer or an artist who lives an unconventional lifestyle), as well as one who is noncomforming to the dominant establishment – the „mainstream“. In my experience, most Goths are quite intelligent, although not necessarily smart, with a rather dark sense of humor. Goths are naturally drawn to the macabre or preternatural, such as vampires, zombies, werewolves, etc. All Goths do not wear black. All Goths are not satanists – I, myself, am a Christian.

VampireIce hat einen schönen Bericht in Deutsch, der auch dieses Thema streift.

Fazit

Wir Gothen:

  • … haben ein Faible für dunkle Farben und Stimmungen wie Melancholie.
  • … sind fasziniert von allem was mit Tod und Vergänglichkeit zu tun hat.
  • … sind kreativ und haben gerne schöne Dinge, darum achten wir auch auf unser Äusseres.
  • … haben vielfältige Interessen an Dingen mit romantischen, okkulten oder sonst wie weiterbringenden Inhalten.
  • … wollen überlegter durchs Leben gehen und dabei nichts, nicht einmal den Tod ausblenden.

Hm… Ich hoffe ich habe den kleinsten Nenner gefunden…..

Sorry, soo einfach ist es nicht!

devilJa, manchmal erfrechen wir uns und stylen uns gemäss unseres Lebensgefühls als Gothen. Und wenn wir besonders gut oder gar nicht geschlafen haben, wagen wir uns so aufgemacht sogar tagsüber unter ganz normale Leute! Es kann auch vorkommen, dass wir des Nachts Zug oder Taxi fahren und uns auch so räumlich und zeitlich in der Nähe von anderen Miterdenbewohnern befinden. Die Reaktionen sind vielfältig und schwanken, je nach gothischer Tagesform, zwischen beängstigend, nervend und schenkelklopferisch lustig. Einige der ängstlichen Exemplare ignorieren uns, andere beglubschen uns mit weit aufgerissenen Augen, solange wir uns irgendwie in ihrem Gesichtskreis befinden und die dritte Kategorie kommt auf uns zu und stellt Fragen die das ganze Spektrum zwischen überlegt und saudoof abdecken. Hier die Negativ-Hitparade der Auswürfe:

„Seid Ihr Satanisten?“
Nöö. Gothen und Satanisten sind zwei verschiedene, sich überlagernde Teilmengen der Menschlinge. Jaaa, vielleicht wirken wir düster, aber warum sollten Satanisten düster wirken? Es gibt Satanisten unter den Gothen, aber auch Christen, Heiden, etc. Nur die weisse Tracht der Fiat Lux verträgt sich nicht so ganz mit der X-Tra-X Kollektion und dem UV Licht….
Viele Satanisten sind gekravattet und gehemded, wenn schon, dann solltet ihr euch um diese Sorgen machen!
Damit sollten auch verwandte Fragen nach Kinderfressen, Jungfrauenschänden und Nonnenvodenzugschubsen geklärt sein.

„Seid Ihr S/M, habt Ihr Sex miteinander?“
Erste Teilfrage: Geht dich nichts an, zweite Teilfrage: geht dich ebenfalls nichts an. Herrgott, fragt Ihr sowas auch euren Kreditberater oder Bäcker? Warum sollten wir über sowas Auskunft geben?

„Seid Ihr Nazis?“
Ja, sicher. Hitler war berühmt für sein Rüschenhemd und Moussolini hat sich immer die Augen und Lippen schwarz nachgezogen. Was ist denn das für ein Irrsinn?

„Seid Ihr Frauen oder Männer?“
Da wir eh nix von dir wollen, kann es dir auch egal sein, oder?

„Werdet erwachsen! Ihr macht das nur zum Provozieren!“
Nundenn, erwachsen sind wir. Und wir treiben sicher nicht einen solchen Aufwand um jemanden zu provozieren. Euer behaarte Rücken und eure misskonfigurierte Ankleide provozieren uns auch… Trotzdem halten wir uns zurück.

Leuten, die nett fragen, geben wir gerne Auskunft und erzählen ihnen davon, das wir ganz liebe Leute sind und dass rein vom gothischen Aussehen her nicht so einfach auf politische Gesinnung oder Religion geschlossen werden kann. Es gibt auch mehrere von uns und friedliche Parties, bei denen wir uns treffen, lästern, gucken, flirten und tanzen. Wenn es jemand ganz dringend interessiert, sei er auf die Seite der Universität Dortmund verwiesen.

Das ich nicht der Einzige bin, der genervt ist, wenn die Leute uns offensiv eine Meinung ins Gesicht klatschen, die offensichtlich falsch ist, sieht man an verschiedenen anderen Blogs: Ashley (Blog gibt es leider nicht mehr) ist sauer (und hat etwas Mühe mit Farben :)), Rest in Pain ist es auch schon passiert und Updowngirl zeigt, dass nicht mal Satanisten so sind, wie sich die Ignoranten dies vorstellen.

Wo sind all die Gothen hin?

Ich, gestyled.… wo sind sie geblieben, die alten und alternden Gothen…? Nun, nach einer ad-hoc Theorie würde ich sagen, dass sie nicht aussterben, sondern sich vom Homo Gothicus Generalis in Subspezies aufteilen.

Etwa gleich oft trifft man folgende Exemplare („Er“ wird dabei als generisches Masculin verwendet, was weibliche Gothen bzw. Gothinnen nicht ausschliessen soll):

Homo Gothicus Familiensis: Diese Subspezies gründet eine Familie. In der Verantwortung als Elternteil, die sowohl das Pflegen des Nachwuchses als auch das regelmässige Geldverdienen umfasst, geht der Familiensis auf. Er stellt das Gothensein in den Hintergrund (oder auf ein hohes Regal, da Kayal vom Mobiliar nur schlecht entfernbar ist und Wimperntusche für Kinder giftig). Im Laufe der Zeit wird die toupierte Frisur einem sportlichen Kurzhaarschnitt geopfert und das Dunkle aus der Familie ferngehalten oder 23 Jahre nach hinten verschoben „Wenn wir dann mal Zeit haben“.

Homo Gothicus Partyii Eternum: Diese Spezies geht immer wieder an jede Party, in fast jedem Club der mit dem Internet, per Bus oder Gothmobil erreichbar ist. Sie haben das Gefühl, sie könnten etwas verpassen oder an einer Party fehlen. Dass sie in den letzten 15 Jahren nichts verpasst oder nicht gefehlt haben, wird als a posteriori Hypothese verwendet, dass es jetzt dann mal wohl der Fall sein wird. Ein Teil der Subspezies trifft halbsoalte Gothicus Generali um sich potentiellen Fortpflanzungsritualen zu widmen, der andere Teil trifft sich mit Ebensgleichen um über Musik und Volk zu lästern.

Homo Gothicus Solipsis: Diese Spezies gibt vor, auf der Suche zu sein. Das ist diese Subspezies auch, allerdings nur bis kurz vor die Möglichkeit, etwas oder jemanden zu finden. Denn wenn man jemanden finden würde, würde man sich der Grundlage berauben, jemanden zu suchen.

Sorry, ist vielleicht etwas böse geraten… Eigentlich mag ich Euch und bin selber soeiner ;). Rezyklierter, aber selber fabrizierter Beitrag von http://www.nachtwelten.de/vB/index.php.