Der Stand der Technik: One for All Xsight Universalfernbedienungen

[Trigami-Review]
remote Ein weiteres Problem in einem Techie-Haushalt (und wenn ich mich so umschaue, wohl langsam aber sicher auch bei „normalen“ Menschen): Die Inflation der Fernbedienungen. TV-0, TV-1, DVD, Sound-System-0 und Sound-System-1, Satellitenreceiver, ja sogar mein Laptop verfügt mittlerweile über eine Fernsteuerung. Das führt dazu, dass ich über die Zeit ein ganzes IKEA-Körbchen mit diesen Dingern gefüllt habe. Um eine DVD zu sehen (und zu hören) brauche ich drei davon, die dann fröhlich auf meinem Bauch drapiert jedes wohlige Räkeln verhindern und gierig jedes Krümelchen gedünstete Kartoffelscheibchen in sich aufnehmen. Mindestens einmal pro Film muss ich aufstehen und einem dieser Geräte neue Batterien spendieren (und gleichzeitig die beiden Anderen gekonnt auf den Boden werfen).

Meine Experimente mit Universalfernbedienungen sind bis jetzt leider immer an meiner Unfähigkeit gescheitert, papierne Unterlagen wieder-zugriffsfähig abzulegen. Wer kann sich schon die komplizierten Griffe merken, die Notwendig sind, um die Teile nach einer längeren Ruhepause neu zu programmieren? Ohne Kohl: bei einem Modell musste man sogar nach einer Fingerbrecher-Knopfkombination eine ganz bestimmte Zeit warten, damit das Reprogrammieren geklappt hat.

Ich war daher mehr als gespannt auf die „One for All“ Xsight Geräte Xsight Colour und Xsight Touch . Sie haben einen Bildschirm, viele Knöpfe und einen USB-Anschluss. Was braucht es mehr, um des Geeken Herz höher schlagen zu lassen? (ok, ein SDK wär nicht schlecht 🙂 ).

Universalfernbedienungen auf höchstem Niveau

Links die Touch, in der Mitte die Colour und rechts eine Zigarettenschachtel zum Grössenvergleich

Links die Touch, in der Mitte die Colour und rechts eine Zigarettenschachtel zum Grössenvergleich

Schon beim Auspacken gefallen die Geräte. Sie sind etwas gross, sehen aber sehr elegant aus, und die blaue Beleuchtung bringt Star-Trek-Feeling. Beide Geräte können entweder direkt oder per USB über den PC konfiguriert werden. Das direkte Konfigurieren geht dank dem Bildschirm sehr schnell, aber die Datenbank ist nicht so gross wie bei der Online-Variante.

Konfigurieren über USB

Nach der (leider Windows-Only) Installation der Software auf dem PC, wird das Gerät über eine Webseite upgedated (Firmware) und konfiguriert. Das hat den Vorteil, dass die Datenbanken der Geräte aktuell gehalten werden können. Man ist theoretisch also auch für Geräte gerüstet, die es noch gar nicht gibt. Der Nachteil dabei dürfte sein, dass One for All ziemlich viele Infos über mich erhält. Ich habe mich zum Beispiel sehr gefragt, wieso ich meinen Geburtstag und den Wohnort angeben muss.

ActiveX muss aktiviert werden, dann klappts auch mit dem USB

ActiveX muss aktiviert werden, dann klappts auch mit dem USB

Nachdem ich ActiveX aktiviert habe, ging das Procedere dann auch ohne Probleme und speditiv vonstatten. Als Coder hat mich die Idee fasziniert, wie hier lokale Geräte mit online-Applikationen gesteuert werden. Das muss man im Auge behalten.

Fernzusteuernde Geräte auswählen

Über ein ansprechendes Menü kann zuerst der Gerätetyp ausgewählt und danach via Hersteller und Seriennummer genau spezifiziert werden. An sich sollte die Fernbedienung in der Lage sein, nach Angabe des Herstellers auch selbständig herauszufinden, mit welchem Modell sie es zu tun hat. Das hat bei mir leider nicht so ganz geklappt. Eine dritte Möglichkeit ist das Lernen von bestehenden Fernbedienungen.

Nachdem ich alle Seriennummern ausfindig gemacht (und meinen Kopf drei mal am Fernsehtisch gestossen) habe, war das Einrichten kein Problem mehr, und alle Geräte, von der guten alten Lady (meinem SABA-Röhren-TV) bis zum neuen Soundsystem gehorchten der Fernbedienung ohne zu Murren.

Wer lieber lugt als liest kann auch ein Kurzvideo über die Einrichtung ansehen.

Aktivitäten

Weil diese Universalfernbedienungen richtige, kleine Computer sind, bieten sie auch einiges an Komfortfunktionen. Beispielsweise sind „Aktivitäten“ (guckstDu Film) Kombinationen von Fernbedienungskommandos: Bei mir wäre „Film Schauen“ das Einschalten des TV’s, DVD’s und des Soundsystems (und eigentlich auch das Dimmen des Lichts, aber so gut ausgerüstet bin ich noch nicht). Diese Vereinfachung will man sehr schnell nicht mehr missen.

Profile und Favoriten

Favoriten mit Senderlogos

Favoriten mit Senderlogos

Über die Webapplikation können bis zu 72 Favorisierte TV-Sendern mit Logos eingerichtet werden. Das ist wirklich praktisch, werden doch die Senderlogos in den Werbepausen (der Hauptumschaltzeit) bei den Sendern nicht angezeigt. Jedes Familienmitglied hat andere Senderpräferenzen, und hier kommen die Profile ins Spiel: Sechs Benutzerprofile können unterschiedlich eingerichtet werden, so dass alle ihre bevorzugten Sender in der Schnellauswahl haben.

Unterschiede der Modelle

Neben den oben beschriebenen Gemeinsamkeiten gibt es auch Unterschiede. Die Xsight Touch bietet (wie der Name schon sagt) einen berührungsempfindlichen Bildschirm und eine „Blättermulde“, während bei der Xsight Colour die Navigation mit sechs Tasten auf der Seite gemacht wird. Als zusätzliches Schmankerl bringt die Xsight Touch eine Ladestation mit, über die der interne Akku aufgeladen wird. Dies ist ein unglaubliches Plus, denn wenn ich es mir schon mal gestatte mir Zeit für einen Film zu nehmen, will ich diese nicht mit Batterien suchen verbringen.

Problemchen

Neue Technologien, neue Probleme. Da sich anscheinend alle Gadgets immer mehr dem Computer annähern, werden auch die Probleme immer ähnlicher. Beispielsweise hat wie erwähnt die Einrichtung über Hersteller ohne Seriennummer nicht geklappt. Die Eindeutschung ist vorhanden, aber irgendwie nicht ganz überprüft: Auf der Einrichtungs-Website erscheinen einige (wenige) Texte in Englisch, das Deutsch ist etwas holperig und auf den kleinen Displays bricht der Text so um, dass er teilweise nicht mehr gelesen werden kann. Wir haben halt mehr Buchstaben hier als im englischsprachigen Bereich. Spannend wäre es, das mal auf Finnisch anzusehen :)…

Viele der Probleme, die auf Amazon in den Benutzerrezensionen aufgeworfen werden (XSight Touch auf Amazon, Xsight Colour auf Amazon), konnte ich nicht nachvollziehen. Vielleicht hatte ich neuere Versionen oder einfach mehr Glück.

Xsight Kaufen

Kaufen kann man die Fernbedienungen über Amazon: XSight Touch, Xsight Colour. Sie haben einen stolzen Preis (>100 €), bieten dafür aber einiges an Komfort und Vereinfachung. Vielleicht bleibt ja vom Weihnachtsgeld etwas übrig :).

Sollte man gar nicht zufrieden und arg von den Problemen gebeutelt sein, gibt es einen Support und eine „Money Back“ Garantie.

Fazit

Die ganze Gerätschaft macht einen unglaublich modernen Eindruck. Zum Einen ist da die Onlineapplikation um die Fernbedienung einzurichten, zum Anderen ist die Kampagne an vorderster 2.0 Front: Trigami-Kampagne, die professionell wirkenden Filme, Präsenz auf Twitter und auf Facebook.

Irgendwie sind die Jungs ihrer Zeit echt voraus! Das macht sie sympathisch und ich hoffe, dass sie Erfolg haben mit den Produkten.

3 Gedanken zu “Der Stand der Technik: One for All Xsight Universalfernbedienungen

  1. Die Logitech Harmony Fernbedienungen können das übrigens auch alle und sind zum Teil auch ein wenig günstiger 😉

    Schaust du Digital TV? (Von wegen Five und ITV)

  2. Selten. Ich schau lieber gezielt Filme. Logitech könnte mir auch mal welche zusenden, dann würd ich sie gerne testen ;)…

  3. Ich suche gerade eine neue Universal-Fernbedienung, da mir meine Sammlung von mittlerweile 9 Fernbedienungen im Wohnzimmer richtig auf den Keks gehen. Die Xsight Touch werde ich mir jetzt bestellen. Danke für den Tipp von dir.

    LG
    Shanti

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