Kurz und Schmerzlos: SD-Karten unter Linux am Laptop

sdcards Das heutige Gezeter und Geheule gehört der *tataaa* SD-Karte.
SD-Karten sind nicht nett; Man darf sie nicht zu oft beschreiben, das Secure ist vom Marketing erfunden und stinkt nach DRM, gerüchteweise darf man einige davon (vorallem die Günstigen) nur mit FAT-Dateisystem beschreiben, nicht alle Karten gehen überall rein und das nicht nur Formatmässig (das würde man mit Gewalt ja noch in den Griff kriegen 🙂 )! Mein alter Photoapparat hat nur verdutzt gefiept, als ich ihm die 8GB-Karte gezeigt habe, war er sich doch nur 64 MB gewohnt. So richtig bringts das nicht. Genau dies hat auch die Installation meines Asus eee verzögert! Die 8GB Karte hat sich – ganz beleidigt darüber wie eine Festplatte behandelt zu weden – einfach totgestellt. Dummes Ding.

Will man Daten unterwegs von der Karte evakuieren, wäre es schön, wenn man zum gesamten Kabelarsenal nicht noch mehr in Form eines günstigen und problemloseren externen Card-Reader dazukommen würde.

Nun, man muss sich etwas vorbereiten und herausfinden, wo zum PCI der Cardreader ist:

erinyes:~# lspci | grep -i "mass storage"
02:06.3 Mass storage controller: Texas Instruments PCIxx21 Integrated FlashMedia Controller

Mit der folgenden, halbmagischen Formel erweckt man den Mass Storage Controller zum Leben. Natürlich muss statt 02:06.3 die oben ausgespuckte Nummer hin.

setpci -s 02:06.3 4c=0x22

Will man dies dauerhaft einrichten, so bietet sich beispielsweise die Datei /etc/rc.local an.

Als Treiber braucht es drei Module:

modprobe mmc_block
modprobe mmc_core
modprobe sdhci

Will man auch das bleibend einrichten, so können sie in der Datei /etc/modules aufgelistet werden.

Steckt man nun die Karte ein, so sollte sich der Cardreader fröhlich in /var/log/messages melden:

Apr 21 23:22:37 erinyes kernel: mmc2: new SDHC card at address 0007
Apr 21 23:22:37 erinyes kernel: mmcblk0: mmc2:0007 SD08G 7862272KiB
Apr 21 23:22:37 erinyes kernel:  mmcblk0:

/dev/mmcblk0 ist nun das Device. Ein neues Dateisystem wird erstellt mittels mkfs.msdos /dev/mmcblk0. Gemountet wird die Bagage mittels mount /dev/mmcblk0 /mnt.

Will man das bleibend haben, so kann man jeweils /etc/fstab tunen:

/dev/mmcblk0       /mnt/mmcblk0       auto    defaults,user,noauto,noatime 0  0

noatime damit nicht bei jedem Lesen auf die Karte geschrieben wird. So sollts eigentlich funzen. Viel Spass mit den Teufelsdingern…

2 Gedanken zu “Kurz und Schmerzlos: SD-Karten unter Linux am Laptop

  1. Also ich hatte noch nie wirklich Probleme mit Cardreadern. Habe allerdings auch nur USB-Cardreader verwendet. Aber alles nie ein Problem gewesen: Reader anklemmen, Karte rein und mein Kubuntu hat mir ein neues Laufwerk gemeldet.

    Naja, und dass ältere Geräte, bzw solche, die nicht für große Datenmengen ausgelegt sind, nichts mit einer 8 GB Flashcard anfangen können ist mir auch fast klar. Ich würde den Adressraum auch nicht breiter auslegen als voraussichtlich benötigt. 32 Bit reichen doch für (fast) alle Anwendungen. 😉

  2. @Martin Jo, Cardreader sind unbedingt zu empfehlen. Aber die auch noch mitzuschleppen würde meine Registertonnenkapazität wirklich übersteigen. Sieht jetzt schon zum Schiessen aus wenn ich versuche im Zug einen Serverraum mit Büro auf einer Bierdeckelgrossen Fläche aufzubauen :D… Beim Photoapparat hätte ich halt gerne gesehen, wie er mehrere Tausend Photos als frei anzeigt…

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