Neue Bücher von oncode.info: STFU und RTFM :)

RTFM – Read the (fine) manual

RTFM

In RTFM wird zuerst auf das Lesen eingegangen. Der Autor zeigt gekonnt, wie mit nur ca. 26 Symbolen ganz verschiedene Informationen codiert werden können. Ziemlich schnell erweitert er diesen Grundsymbolsatz auf die sogenannte Gross- und Kleinschreibung und die Satzzeichen. Geschickt beweist er, dass auch wenn eine dritte, vierte oder n’te Zeile aus denselben Buchstaben besteht, trotzdem noch neue Informationen in diesen vorhanden sein können und es darum nützlich sein kann, alles zu lesen. Etwas mühsam sind die Übungen, bei welchen die Leserin/der Leser lernt, dass Text auch ohne viele Bilder Sinn machen kann.

Fast in das Thema des untenstehenden Buches gehen die Konzentrationsübungen, in welchen eher autosuggestiv vermittelt werden soll wie man bei einem Problem nicht sofort herumschreit und wahllos Mails verschickt, sondern ruhig und gefasst nach weiteren Informationen sucht.

Relativ umfangreich wird auf die einzelnen FMs eingegangen: Gedruckte Manuals, README Dateien, Onlinehilfen, Produktwebseiten, etc. Auch generische Informationsquellen kommen zum Zuge: Der Autor versucht dem Wissen „Google weiss alles“ etwas Pragmatik folgen zu lassen und zeigt auf, dass Google teilweise auch Praktisches beinhaltet.

Weniger gelungen sind die Kapitel über das Fragen, wenn keine FM da sind. Der Autor schlägt vor, sich Fragen aufzuschreiben und sie nicht einfach dem Nächstbesten, sondern jemandem ganz gezielt zu stellen. Dies ist wirklich harte Kost und hätte besser in ein Buch für Fortgeschrittene gepasst.

STFU And GBTW – Shut the fuck up and get back to work

STFU and GBTW

Obwohl dieses Buch auf den ersten Blick sehr technisch anmutet, will der Autor sehr viel Zwischenmenschliches vermitteln. Diese Aussagen sind zugleich eine Stärke und eine Schwäche des Buches. Die Thesen leuchten vielleicht auf den ersten Blick ein, jedoch bleibt der Schreiberling uns viele Beweise dafür schuldig.

Die Grundaussagen sind die Folgenden:

  • Wenn jemand ein Büro/Arbeitsraum betritt, muss er nicht alle und jeden persönlich begrüssen.
  • Wenn jemand ein Büro/Arbeitsraum betritt, muss er nicht über alles und jedes einen Kommentar abgeben.
  • Man muss trotz Twitter nicht jeden Gedanken ausformulieren und vor sich hinbrabbeln.
  • Man kann auch gewisse Dinge tun (Kaffee machen, Blätter kopieren, …) ohne dass man das Dafür und Dawider in einer spontanen Runde besprechen muss.
  • Spricht man mit jemandem, so darf man damit durchaus mal wieder aufhören. Es wäre sogar ok, nicht nur von sich zu sprechen und den Anderen auch mal zu Wort kommen zu lassen.

Etwas sehr elitär sind die Thesen, dass es machmal wichtiger sein kann zu arbeiten als der Beschreibung des vorletzten Furzes, den die 3. Tochter auf dem Wanderausflug am Wochenende von sich gegeben hat, zu lauschen! Ich sage nur: Beweisebeweisebeweise!

Gegen Schluss versteigt er sich sogar in der Aussage, dass es vielleicht sein könnte, dass gewisse Mitarbeiter nach getanem Tageswerk für ein paar Minuten alleine sein und nicht auf der ganzen Heimfahrt von der Arbeit sprechen möchten. Es könnte ein deutliches Zeichen sein, wenn sich diejenigen alleine irgendwo hinsetzen.

Es wird sich zeigen ob diese Vorschläge praktisch wirklich Sinn machen oder ob es sich um ein weiteres Getting Things Done handelt…

Impressum

Bücher geduckt mit dem oreillymaker.com.

3 Gedanken zu “Neue Bücher von oncode.info: STFU und RTFM :)

  1. hmm, mein Lesebuffer war zwar bei „Mühsam“ schon voll, aber dank den ausdrucksvollen Bildern hab ich trotzdem was mitbekommen.

  2. Lesebuffer :)..? Armer Mister Kanister, Du scheinst ja schon im Reallife mit den Thesen des Autors konfrontiert worden zu sein ;)…

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